Apple-Manager im Interview

Apple-Führungskräfte: Spatial Computing kommt – doch bei KI heißt es warten

John Ternus und Greg Joswiak geben Einblicke in Apples Strategie: Das MacBook Neo soll mehr sein als ein günstiges Gerät, KI braucht Zeit.

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In einem aktuellen Interview mit Tom’s Guide haben sich John Ternus, Apples Chef der Hardware-Entwicklung, und Greg Joswiak, Marketingchef des Unternehmens, zu verschiedenen Themen geäußert – darunter das MacBook Neo, künstliche Intelligenz und Spatial Computing. Die Aussagen der beiden Apple-Manager geben Einblicke in die strategische Ausrichtung des Unternehmens.

Quickread: Auf einen Blick
  • Das MacBook Neo ist laut Apple eine Neuerfindung des Einstiegslaptops mit hoher Qualität zu niedrigem Preis.
  • Apple sieht KI als Marathon, nicht als Sprint – die Entwicklung werde Jahrzehnte dauern.
  • Spatial Computing steht laut Ternus und Joswiak noch am Anfang, die Verschmelzung von digitaler und physischer Welt sei unvermeidlich.

MacBook Neo: Mehr als nur ein günstiges Gerät

Das MacBook Neo ist für Apple weit mehr als nur ein Einstiegsmodell zu einem niedrigen Preis. Ternus betonte im Interview, dass das Gerät eine „Neuerfindung“ des Einstiegslaptops darstelle. Er verwies dabei auf Steve Jobs’ Vision vom Mac als „Fahrrad für den Geist“ und erklärte, dass die Mission des MacBook Neo darin bestehe, Personal Computing für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen.

Die Entwicklung des Neo habe den Aufbau von etwas völlig Neuem von Grund auf erfordert, um Qualität zu einem niedrigen Preis bieten zu können. „Wir wollen niemals Schrott ausliefern“, so Ternus. „Wir wollen großartige Produkte ausliefern, die das Apple-Erlebnis bieten.“

Joswiak hob die Bedeutung der Qualität des MacBook Neo hervor und grenzte es von der Konkurrenz ab. Während andere Hersteller in diesem Preissegment an allen Ecken und Enden sparten und dadurch billige Produkte aus Plastik herstellten, habe Apple einen anderen Ansatz gewählt: hohen Wert zu einem niedrigeren Preis anzubieten, anstatt einfach nur billig zu produzieren.

iPad und Mac bleiben getrennte Produktlinien

Spatial Computing erklärt!

Spatial Computing bezeichnet die Verschmelzung von digitaler und physischer Welt durch räumliche Computertechnologie. Geräte wie Apples Vision Pro ermöglichen es, digitale Inhalte in den realen Raum zu integrieren und mit ihnen zu interagieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Bildschirmen werden Informationen dabei dreidimensional im Raum um die Nutzenden herum dargestellt.

Auf die Frage nach einer möglichen Verschmelzung von iPad und Mac erteilte Ternus eine klare Absage. Apple werde das beste iPad und den besten Mac entwickeln, die das Unternehmen herstellen könne. Manche Kundinnen und Kunden würden sich für das eine, andere für das andere Gerät entscheiden – viele hätten auch gerne beide Produkte. „Es gab niemals diese Idee, diese beiden Dinge zusammenzuquetschen“, stellte Ternus klar.

Ähnlichkeiten zwischen den Produktlinien ergäben sich lediglich daraus, dass Apple sich darauf konzentriere, was ein Gerät besser machen würde – nicht darauf, wie ein Produkt ein anderes beeinflussen könnte.

KI als Marathon, nicht als Sprint

Zum Thema künstliche Intelligenz, einem Bereich, in dem Apple nach Ansicht vieler Beobachter hinterherhinkt, äußerte sich Joswiak gelassen. Apple arbeite bereits seit vielen Jahren an intelligenten Funktionen, und generative KI biete nun neue Möglichkeiten, dies noch weiter auszubauen. „Das ist kein Sprint. Das ist ein Marathon“, betonte Joswiak. „Wir werden Jahrzehnte lang mit Intelligenz arbeiten, nicht Monate oder Jahre.“

Diese Aussage steht im Einklang mit früheren Äußerungen von Apple-Führungskräften. Craig Federighi, Senior Vice President für Software Engineering, hatte KI bereits als „langfristige transformative Welle“ bezeichnet, die die Branche und die Gesellschaft über Jahrzehnte hinweg prägen werde. Auch CEO Tim Cook hatte intern betont, dass KI für Apple eine Priorität sei und das Unternehmen die notwendigen Investitionen tätigen werde.

Spatial Computing: Noch in den Anfängen

Zu möglichen zukünftigen Produkten wie einem MacBook Pro mit Touchscreen oder einer Smart Glasses hielten sich beide Manager bedeckt. Joswiak wich einer Frage zu einem Touchscreen-MacBook Pro aus, das Apple Gerüchten zufolge noch in diesem Jahr auf den Markt bringen könnte. Auch zu Smart Glasses wollte er sich nicht äußern.

Dennoch gaben beide Manager Hinweise auf Apples Zukunftsvision: Joswiak erklärte, dass wir uns in den „frühen Innings des Spatial Computing“ befänden – eine Baseball-Metapher, die andeutet, dass die Entwicklung noch ganz am Anfang steht. Ternus ging noch weiter und bezeichnete die Verschmelzung der digitalen und physischen Welt als „Unvermeidlichkeit“.

Joswiak versicherte abschließend, dass Apple an „ziemlich coolen Sachen“ arbeite, ohne jedoch Details zu nennen. Das vollständige Interview, das unter anderem auch eine Anekdote über Steve Jobs enthält, bietet weitere Einblicke in Apples Produktphilosophie und strategische Ausrichtung.